Ein bedächtiger Sprachkünstler
Italo-Svevo-Preis für Alois Hotschnig

Alois Hotschnig
15. März, 19.00 Uhr
Museum für Kunst und Gewerbe, Spiegelsaal.
Eintritt frei.
 


Mit gesponserten Literaturpreisen ist das häufig so eine Sache, denn wer Geld gibt, will schließlich etwas dafür haben und das meist nicht zu knapp: der Name des Sponsors möge genannt werden, möglichst oft und unüberhörbar und für wenig Geld. Das ist die Regel. Ein gutes Gegenbeispiel zu dieser weit verbreiteten Haltung bildet der Italo-Svevo-Preis, gestiftet von der in Hamburg ansässigen Blue Capital GmbH, einem Tochterunternehmen der HypoVereinsbank-Gruppe. Der Preis ist mit 15.000 Euro im Gegensatz zu den meisten anderen Literaturpreisen angemessen dotiert und wird zudem von der Schriftenreihe „Crazzola“ begleitet, die von der Akademie der Künste in Leipzig in der Edition „die horen“ erscheint. Eine weitere bemerkenswerte Besonderheit ist auch das Vergabeverfahren zum Italo-Svevo-Preis: ein Kuratorium beruft einen einzigen Juror ein, der sich dann für einen Autor oder eine Autorin seiner Wahl entscheiden darf – ein Verfahren, das auch sperrigen literarischen Werken, die üblicherweise in Jurys keine Mehrheiten finden, eine Chance lässt. Für den zum zweiten Mal vergebenen Preis hatte der Autor, Kritiker und Herausgeber Karl-Markus Gauß die Ehre, einen Autor auszuwählen. Entschieden hat er sich für den österreichischen Schriftsteller Alois Hotschnig, einen „bedächtigen Sprachkünstler“, so Gauß in seiner Begründung für die Preisvergabe, „der sich nicht scheue, für Jahre aus dem literarischen Betrieb fast völlig zu verschwinden, um mit `ästhetischem Eigensinn´, an einem Werk fortzuschreiben“. Nach einer längeren Publikationspause hat Alois Hotschnig, geb. 1959, zuletzt im Jahr 2000 den Roman „Ludwigs Zimmer“ veröffentlicht, in dem es, jenseits kurzlebiger literarischer Moden, ziemlich düster zugeht: Tod und Schuld spielen in dem Roman, den man als Erinnerungsbuch, als Familiengeschichte, als intertextuelle Poesie, als Kriminalroman oder philosophische Betrachtung lesen kann, wie in seinen Vorgängerwerken, eine zentrale Rolle.

Am 15. März liest Alois Hotschnig im Spiegelsaal des Museums für Kunst und Gewerbe anlässlich der Verleihung des Italo-Svevo-Preises aus seinen Werken.

zurück