Hamburger Theaternacht

Am 11. September feier 42 Spielstätten in Hamburger eine lange Nacht
Zum Auftakt der Theatersaison laden die Bühnen der Hansestadt am 11. September wieder zur „Hamburger Theaternacht“. Mit Auszügen aus aktuellen Programmen oder einmaligen Aufführungen an 42 Spielstätten, zwischen denen 50 Shuttle-Busse und 6 Alsterschiffe pendeln, um die Besucher von Theater zu Theater zu bringen, ist die Theaternacht inzwischen eines der kulturellen Höhepunkte des Jahres in Hamburg. Zentrale Drehscheibe für die Besucher der Theaternacht ist der Jungfernstieg, von dort fahren die Busse & Schiffe, zudem gibt es ein durchgehendes Bühnenprogramm. Das Ticket für die Theaternacht kostet an der Abendkasse 14.- Euro (im Vvk. 11.- Euro) und beinhaltet die Nutzung aller regulären HVV-Netze.
Weitere Informationen zum Programm findet man auf der Website der Theaternacht.
"Nacht der Kirchen"
„Es werde Licht“ ist das Motto unter dem am 18. September die „Nacht der Kirchen“ in Hamburg stattfindet. 140 Kirchengemeinden öffnen die Pforten ihrer Kirchen für Lichtinstallationen, Geschichten und Inszenierungen zum Thema Licht.
Das vollständige Programm gibt es hier als PDF-Datei.
Das vollständige Programm gibt es hier als PDF-Datei.
"Seiteneinsteiger"
Das Hamburger Lesefest „Seiteneinsteiger“ für Kinder und Jugendliche findet in diesem Jahr vom 29. bis zum 31. Oktober zum sechsten Mal statt und dockt allerorten in Hamburg mit einem erneut großen Programm an.
Erste Infos zum Programm findet man im Internet auf der Website von "Seiteneinsteiger".
Erste Infos zum Programm findet man im Internet auf der Website von "Seiteneinsteiger".
Dem „Weltverbesserer Kurt Hiller“
Die Staats- und Universitätsbibliothek zeigt noch bis zum 26. September eine Ausstellung, die sich dem "Weltverbesserer Kurt Hiller" widmet. Hiller wurde 1885 in Berlin geboren und war maßgeblich am literarischen Expressionismus und Aktivismus beteiligt. Ab 1920 spielte er in der Deutschen Friedensbewegung eine wichtige Rolle und war einer der Hauptautoren der Zeitschrift „Die Weltbühne“.
Deutscher Buchpreis 2010 - Die 20 Romane der Longlist
148 Romane hat die Jury in den letzten Monaten „gesichtet“, heute wurde nun die sogenannte „Longlist“ zum Deutschen Buchpreis 2010 bekanntgegeben. „Es sind Romane mit eigenwilligen Stimmen“, kommentierte die Jurysprecherin Julia Encke, „Gesellschaftsporträts und erzählerische Experimente, sehr komisch manchmal, ohne dass sie ihre Figuren denunzieren. Es wird bestimmt nicht leicht sein, aus diesen Titeln eine Shortlist zu erstellen, die, auch in unseren Köpfen, noch überhaupt nicht feststeht. Erst einmal muss alles wieder von vorne diskutiert werden. Wir sind selbst gespannt."
Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):
- Alina Bronsky, Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche (Kiepenheuer & Witsch, August 2010)
- Jan Faktor, Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag (Kiepenheuer & Witsch, März 2010)
- Nino Haratischwili, Juja (Verbrecher Verlag, März 2010)
- Thomas Hettche, Die Liebe der Väter (Kiepenheuer & Witsch, August 2010)
- Michael Kleeberg, Das amerikanische Hospital (DVA, August 2010)
- Michael Köhlmeier, Madalyn (Carl Hanser Verlag, August 2010)
- Thomas Lehr, September. Fata Morgana (Carl Hanser Verlag, August 2010)
- Mariana Leky, Die Herrenausstatterin (DuMont Buchverlag, Februar 2010)
- Nicol Ljubic, Meeresstille (Hoffmann und Campe, Februar 2010)
- Kristof Magnusson, Das war ich nicht (Verlag Antje Kunstmann, Januar 2010)
- Andreas Maier, Das Zimmer (Suhrkamp Verlag, September 2010)
- Olga Martynova, Sogar Papageien überleben uns (Droschl Literaturverlag, Januar 2010)
- Martin Mosebach, Was davor geschah (Carl Hanser Verlag, August 2010)
- Melinda Nadj Abonji, Tauben fliegen auf (Jung und Jung Verlag, August 2010)
- Doron Rabinovici, Andernorts (Suhrkamp Verlag, August 2010)
- Hans Joachim Schädlich, Kokoschkins Reise (Rowohlt Verlag, März 2010)
- Andreas Schäfer, Wir vier (DuMont Buchverlag, Februar 2010)
- Peter Wawerzinek, Rabenliebe (Galiani Berlin, August 2010)
- Judith Zander, Dinge, die wir heute sagten (Deutscher Taschenbuchverlag, September 2010)
- Joachim Zelter, Der Ministerpräsident (Klöpfer & Meyer Verlag, August 2010)
Auszüge aus den Romanen werden auf www.libreka.de kostenlos zum Download angeboten.
Von den Titeln der Longlist benennen die Juroren in einem nächsten Schritt sechs Titel für die Shortlist, die am 8. September 2010 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.
Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):
- Alina Bronsky, Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche (Kiepenheuer & Witsch, August 2010)
- Jan Faktor, Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag (Kiepenheuer & Witsch, März 2010)
- Nino Haratischwili, Juja (Verbrecher Verlag, März 2010)
- Thomas Hettche, Die Liebe der Väter (Kiepenheuer & Witsch, August 2010)
- Michael Kleeberg, Das amerikanische Hospital (DVA, August 2010)
- Michael Köhlmeier, Madalyn (Carl Hanser Verlag, August 2010)
- Thomas Lehr, September. Fata Morgana (Carl Hanser Verlag, August 2010)
- Mariana Leky, Die Herrenausstatterin (DuMont Buchverlag, Februar 2010)
- Nicol Ljubic, Meeresstille (Hoffmann und Campe, Februar 2010)
- Kristof Magnusson, Das war ich nicht (Verlag Antje Kunstmann, Januar 2010)
- Andreas Maier, Das Zimmer (Suhrkamp Verlag, September 2010)
- Olga Martynova, Sogar Papageien überleben uns (Droschl Literaturverlag, Januar 2010)
- Martin Mosebach, Was davor geschah (Carl Hanser Verlag, August 2010)
- Melinda Nadj Abonji, Tauben fliegen auf (Jung und Jung Verlag, August 2010)
- Doron Rabinovici, Andernorts (Suhrkamp Verlag, August 2010)
- Hans Joachim Schädlich, Kokoschkins Reise (Rowohlt Verlag, März 2010)
- Andreas Schäfer, Wir vier (DuMont Buchverlag, Februar 2010)
- Peter Wawerzinek, Rabenliebe (Galiani Berlin, August 2010)
- Judith Zander, Dinge, die wir heute sagten (Deutscher Taschenbuchverlag, September 2010)
- Joachim Zelter, Der Ministerpräsident (Klöpfer & Meyer Verlag, August 2010)
Auszüge aus den Romanen werden auf www.libreka.de kostenlos zum Download angeboten.
Von den Titeln der Longlist benennen die Juroren in einem nächsten Schritt sechs Titel für die Shortlist, die am 8. September 2010 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.
Harbour Front Literaturfestival
Zum zweiten Mal findet vom 8. bis zum 18. September das Harbour Front Literaturfestival statt. 87 Veranstaltungen stehen für dieses Jahr im Festivalprogramm, das wichtige Neuerscheinungen des Bücherherbstes 2010 präsentieren wird und einen „bunten Querschnitt durch alle Genres der Literatur“. Ermöglicht wird das Festival durch die Klaus-Michael Kühne Stiftung und die Behörde für Kultur, Sport und Medien der Stadt Hamburg. Zur Eröffnung am 8. September um 18.00 Uhr hält die Schriftstellerin Brigitte Kronauer bei Kühne + Nagel eine „Gastrede“. Weitere Highlights des Festivals sind Lesungen mit Günter Grass, John Irving, John Grisham, Jussi Adler-Olsen, Yann Martel, Ildikó von Kürthy, Vladimir Sorokin, Georg Klein, Anne Holt, Alina Bronsky, Karin Slaugther u.v.a.m.
Weitere Informationen zum Programm findet man auf der Festivalwebsite.
Der Programmkatalog des Festivals liegt in allen Filialen der Buchhandlung Heymann aus sowie in den Hamburger Abendblatt Ticketshops, an der Touristeninformationsstelle am Hamburger Hauptbahnhof, im NDR-Ticketshop im Levantehaus und im HaspaJoker Shop am Jungfernstieg aus.
Weitere Informationen zum Programm findet man auf der Festivalwebsite.
Der Programmkatalog des Festivals liegt in allen Filialen der Buchhandlung Heymann aus sowie in den Hamburger Abendblatt Ticketshops, an der Touristeninformationsstelle am Hamburger Hauptbahnhof, im NDR-Ticketshop im Levantehaus und im HaspaJoker Shop am Jungfernstieg aus.
4. Hamburger Krimifestival
20 Autoren aus dem In- und Ausland und 15 Veranstaltungen finden im Rahmen des Hamburger Krimifestivals statt, das vom 1. bis zum 6. November zum dritten Mal von der Buchhandlung Heymann, dem Literaturhaus Hamburg und dem Hamburger Abendblatt veranstaltet wird. Im Gegensatz zu den Vorjahren sollen bei dem Festival im Herbst nun erstmals alle Veranstaltungen an einem Ort stattfinden: Die
Internationale Kulturfabrik Kampnagel öffnet ihre Hallen für ein
abwechslungsreiches Programm, das alle Facetten des beliebten Literatur-Genres zeigen soll. Auf dem Programm stehen Lesungen mit Ingrid Noll, Åke Edwardson, Val McDermid, Anders Roslund, Börge Hellström, Helene Tursten, Ann Rosman, Zoran Drvenkar, Wolfgang Schorlau, Deon Meyer, Axel Petermann, Jilliane Hoffman, Jan Seghers, John Katzenbach, Oliver Bottini, Frank Göhre, Petra Oelker, Carmen Korn, Doris Gercke und Renate Kampmann.
Ab dem 1. September 2010 sind Eintrittskarten sowie alle Informationen zum Programm unter
http://www.krimifestival-hamburg.de erhältlich
Internationale Kulturfabrik Kampnagel öffnet ihre Hallen für ein
abwechslungsreiches Programm, das alle Facetten des beliebten Literatur-Genres zeigen soll. Auf dem Programm stehen Lesungen mit Ingrid Noll, Åke Edwardson, Val McDermid, Anders Roslund, Börge Hellström, Helene Tursten, Ann Rosman, Zoran Drvenkar, Wolfgang Schorlau, Deon Meyer, Axel Petermann, Jilliane Hoffman, Jan Seghers, John Katzenbach, Oliver Bottini, Frank Göhre, Petra Oelker, Carmen Korn, Doris Gercke und Renate Kampmann.
Ab dem 1. September 2010 sind Eintrittskarten sowie alle Informationen zum Programm unter
http://www.krimifestival-hamburg.de erhältlich
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2010
Der israelische Schriftsteller David Grossman wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „In seinen Romanen, Essays und Erzählungen versucht David Grossman, nicht nur die eigene, sondern immer auch die Haltung der jeweils Andersdenkenden zu verstehen und zu beschreiben. David Grossman gibt dem schwierigen Zusammenleben eine literarische Stimme, die in der Welt gehört wird. Seine Bücher zeigen, dass die Spirale von Gewalt, Hass und Vertreibung im Nahen Osten nur durch Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes beendet werden kann. In seinem Hauptwerk ‚Eine Frau flieht vor einer Nachricht’ zeigt David Grossman die Bedeutung der Sprache für die Suche nach Identität und warnt vor ihrer zunehmenden Militarisierung. So bietet er inmitten einer Realität von Willkür, Zwang und Entfremdung Auswege aus dem jetzigen Zustand der Gesellschaft, die sich zwischen Krieg und Frieden befindet.“
Literaturpreis der Europäischen Union
Zum zweiten Mal vergibt die Europäische Union im Herbst diesen Jahres den Literaturpreis EUPL. Der Preis wird an „neue Talente zeitgenössischer“ Literatur aus allen 34 am EU-Programm „Kultur“ teilnehmenden Länder vergeben, wobei für die Vergabe jeweils nationale Jurys berufen werden.
Weitere Infos hier: www.euprizeliterature.eu
Weitere Infos hier: www.euprizeliterature.eu
Kurzgeschichtenwettbewerb
Zu ihrem 275. Geburtstag veranstaltet die Commerzbibliothek in der Handelskammer Hamburg einen Kurzgeschichten-Wettbewerb zum „Thema Tod in der Commerzbibliothek“. Einsendeschluss ist der 2.8.2010. Der Preis ist mit 275.- Euro dotiert.
Weitere Infos hier: www.commerzbibliothek.de
Weitere Infos hier: www.commerzbibliothek.de
Der „Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman“ 2009 geht an Roman Graf für „Herr Blanc“
Für seinen Debütroman „Herr Blanc“ (Limmat Verlag) erhält der Schweizer Schriftsteller Roman Graf den mit 10.000 Euro dotierten „Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman“ des Literaturhauses Hamburg. Der nach seiner Stifterin benannte Preis ist seit 1970 der bundesweit höchstdotierte Literaturpreis für einen deutschsprachigen Romanerstling und der einzige Literaturpreis, der von einer Leserjury vergeben wird. Die Hamburger Stifterin Mara Cassens möchte mit ihrem Preis Autoren und Autorinnen ermöglichen, „sich für eine gewisse Zeit ganz dem Schreiben zu widmen“. Die Preisträger der letzten Jahre waren Clemens Meyer (2006), Larissa Boehning (2007) und Lukas Bärfuss (2008).
Die Jury besteht aus Mitgliedern des Literaturhaus Hamburg e.V., die nicht im Literaturbetrieb tätig sind, sondern sich in ihrer Freizeit als engagierte Leser den Romanen widmen. In diesem Jahr hatte sich die 15-köpfige Jury unter dem Vorsitz des Schriftstellers Joachim Helfer aus Berlin durch 14.630 Romanseiten zu lesen, denn 45 deutschsprachige Verlage reichten 54 Debütromane für den Preis ein – sieben mehr als im vergangenen Jahr. Die Jury bewertete viele Debüts des Jahrgangs 2009 als literarisch bemerkenswert und gelungen.
Roman Graf schildert in seiner literarischen ,Anleitung zum Unglücklichsein’ das Leben als eine Sinfonie verpasster Gelegenheiten: Anton Blanc ist das Mittelmaß auf zwei Beinen. Ein einziges Mal hat er sich von Zuhause fortbegeben, zum Studium nach Cambridge. Was er dort studiert hat, weiß keiner, wohl nicht einmal er selbst. Als ihn seine Kommilitonin Heike, deren Kleider ihm immer ein wenig zu schrill sind, hinter die Büsche des College-Gartens zieht, ist Herr Blanc vor allem eins: verwundert. Ist das Liebe? Und doch geht er ohne Heike zurück in die saubere Schweiz, wo die Putenschnitzel der Mutter auf ihn warten. Nach der Mutter tritt Vreni in sein Leben, die ihrem verstorbenen Mann nachtrauert, auch als längst Blancs Ring an ihrem Finger steckt. Fortan meidet Herr Blanc jedes äußerliche Aufsehen, Konflikte sowieso. Doch drinnen rumort es. Herr Blanc schwingt sich auf zu einer gedanklichen Tour de Force darüber, was ihm das Leben hätte sein können. Je schlechter sein Konfirmandenanzug sitzt, desto lauter werden die Selbstzweifel: Hat er sich damals in Cambridge recht entschieden?
Mit leichter Hand, vitaler Erzählkraft und sensiblem Witz berichtet Roman Graf von vierzig Jahren im Leben des Herr Blanc. Und keine Sekunde lang verrät er seinen kauzigen Helden, sondern verleiht dem mittelmäßig Gescheiterten Gesicht und Seele – mit einer unpolemischen Liebenswürdigkeit, zu der nur große Menschenkenntnis fähig ist. Herr Blanc – das sind wir.
Die Jury begründete ihre Entscheidung so: „,Herr Blanc’ ist eine literarische Delikatesse: Anton Blanc, moderner Verwandter des Oblomow, steht sich selbst im Weg. Roman Graf aber verwandelt in seinem ersten Roman das in der Unentschlossenheit verpasste Leben seines schrulligen Antihelden in eine Hommage an den Eigensinn und an das Alter. Tiefernst und todkomisch, vor allem aber mit feinstem literarischen Taktgefühl lässt er die Leser in seinem Protagonisten kein Abziehbild sehen, sondern einen echten Menschen.”
Roman Graf wurde 1978 im schweizerischen Winterthur geboren. Nach einer Lehre als Forstwart arbeitete er als Betreuer behinderter Jugendlicher, bevor er journalistisch tätig wurde und Medien & Publizistik an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich studierte. Von 2003 bis 2006 erwarb er sein Diplom am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Roman Graf ist Lyriker und Prosaschriftsteller und hat für seine Arbeiten verschiedene Preise und Stipendien erhalten, u. a. für „Herr Blanc“ den Studer/Ganz-Preis 2008 und den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2010. Seit 2003 lebt Roman Graf nach diversen Auslandsaufenthalten als freier Schriftsteller in Leipzig.
Die feierliche Verleihung des Mara-Cassens-Preises findet am 7. Januar 2010 um 20.00 Uhr im Literaturhaus Hamburg statt. Der Preisträger, die Stifterin, der Juryvorsitzende sowie die Hamburger Kultursenatorin (angefragt) sind anwesend. Die Laudatio hält der Literaturkritiker Martin Zingg.
Die Jury besteht aus Mitgliedern des Literaturhaus Hamburg e.V., die nicht im Literaturbetrieb tätig sind, sondern sich in ihrer Freizeit als engagierte Leser den Romanen widmen. In diesem Jahr hatte sich die 15-köpfige Jury unter dem Vorsitz des Schriftstellers Joachim Helfer aus Berlin durch 14.630 Romanseiten zu lesen, denn 45 deutschsprachige Verlage reichten 54 Debütromane für den Preis ein – sieben mehr als im vergangenen Jahr. Die Jury bewertete viele Debüts des Jahrgangs 2009 als literarisch bemerkenswert und gelungen.
Roman Graf schildert in seiner literarischen ,Anleitung zum Unglücklichsein’ das Leben als eine Sinfonie verpasster Gelegenheiten: Anton Blanc ist das Mittelmaß auf zwei Beinen. Ein einziges Mal hat er sich von Zuhause fortbegeben, zum Studium nach Cambridge. Was er dort studiert hat, weiß keiner, wohl nicht einmal er selbst. Als ihn seine Kommilitonin Heike, deren Kleider ihm immer ein wenig zu schrill sind, hinter die Büsche des College-Gartens zieht, ist Herr Blanc vor allem eins: verwundert. Ist das Liebe? Und doch geht er ohne Heike zurück in die saubere Schweiz, wo die Putenschnitzel der Mutter auf ihn warten. Nach der Mutter tritt Vreni in sein Leben, die ihrem verstorbenen Mann nachtrauert, auch als längst Blancs Ring an ihrem Finger steckt. Fortan meidet Herr Blanc jedes äußerliche Aufsehen, Konflikte sowieso. Doch drinnen rumort es. Herr Blanc schwingt sich auf zu einer gedanklichen Tour de Force darüber, was ihm das Leben hätte sein können. Je schlechter sein Konfirmandenanzug sitzt, desto lauter werden die Selbstzweifel: Hat er sich damals in Cambridge recht entschieden?
Mit leichter Hand, vitaler Erzählkraft und sensiblem Witz berichtet Roman Graf von vierzig Jahren im Leben des Herr Blanc. Und keine Sekunde lang verrät er seinen kauzigen Helden, sondern verleiht dem mittelmäßig Gescheiterten Gesicht und Seele – mit einer unpolemischen Liebenswürdigkeit, zu der nur große Menschenkenntnis fähig ist. Herr Blanc – das sind wir.
Die Jury begründete ihre Entscheidung so: „,Herr Blanc’ ist eine literarische Delikatesse: Anton Blanc, moderner Verwandter des Oblomow, steht sich selbst im Weg. Roman Graf aber verwandelt in seinem ersten Roman das in der Unentschlossenheit verpasste Leben seines schrulligen Antihelden in eine Hommage an den Eigensinn und an das Alter. Tiefernst und todkomisch, vor allem aber mit feinstem literarischen Taktgefühl lässt er die Leser in seinem Protagonisten kein Abziehbild sehen, sondern einen echten Menschen.”
Roman Graf wurde 1978 im schweizerischen Winterthur geboren. Nach einer Lehre als Forstwart arbeitete er als Betreuer behinderter Jugendlicher, bevor er journalistisch tätig wurde und Medien & Publizistik an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich studierte. Von 2003 bis 2006 erwarb er sein Diplom am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Roman Graf ist Lyriker und Prosaschriftsteller und hat für seine Arbeiten verschiedene Preise und Stipendien erhalten, u. a. für „Herr Blanc“ den Studer/Ganz-Preis 2008 und den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2010. Seit 2003 lebt Roman Graf nach diversen Auslandsaufenthalten als freier Schriftsteller in Leipzig.
Die feierliche Verleihung des Mara-Cassens-Preises findet am 7. Januar 2010 um 20.00 Uhr im Literaturhaus Hamburg statt. Der Preisträger, die Stifterin, der Juryvorsitzende sowie die Hamburger Kultursenatorin (angefragt) sind anwesend. Die Laudatio hält der Literaturkritiker Martin Zingg.
Hubert-Fichte-Preis
Am 29. Juni wird im Literaturhaus Karen Duve mit dem Fichte-Preis geehrt. Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wird an Autorinnen und Autoren vergeben, deren literarisches Werk eine deutliche Beziehung zu Hamburg erkennen lässt. Ausgezeichnet wurden bisher u.a. Brigitte Kronauer, Peer Hultberg und Frank Schulz. Karen Duve erhält den Preis für ihr Gesamtwerk unter besonderer Würdigung ihres zuletzt erschienenen Romans „Taxi“. In der Begründung der Jury für die Preisvergabe heißt es: „Karen Duve schafft mit dem Roman ‘Taxi’ mitten im nächtlichen Hamburg ein genaues Gelände für das beschleunigte Leben zwischen Überschwang und Ernüchterung. Das Taxi gehört zur Großstadt, es steht für Jargon und Jazz, Tempo und Tatort. Mit unerschütterlicher Ironie hintertreibt Duve dabei jedes Klischee und jede Vereinfachung.“ Die Verleihungsveranstaltung im Literaturhaus
ist ausgebucht. Informationen über etwaige Restplätze gibt es beim Literaturhaus. Eine Laudatio spricht Dr. Volker Hage.
Weitere Infos hier: www.literaturhaus-hamburg.de
ist ausgebucht. Informationen über etwaige Restplätze gibt es beim Literaturhaus. Eine Laudatio spricht Dr. Volker Hage.
Weitere Infos hier: www.literaturhaus-hamburg.de
Italo-Svevo-Preis 2009
Annette Pehnt ist für ihr Lebenswerk mit dem Italo-Svevo-Preis ausgezeichnet worden.
Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis wird seit 2001 vergeben und ehrt ein literarisches Lebenswerk. Über die Vergabe konnte in diesem Jahr die Schriftstellerin Katja Lange-Müller als Jurorin entscheiden.
Am 4. Juni fand die feierliche Preisverleihung im Literaturhaus Hamburg statt. Die Laudatio hielt Katja Lange-Müller, im Anschluss las Annette Pehnt aus ihren Werken.
Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis wird seit 2001 vergeben und ehrt ein literarisches Lebenswerk. Über die Vergabe konnte in diesem Jahr die Schriftstellerin Katja Lange-Müller als Jurorin entscheiden.
Am 4. Juni fand die feierliche Preisverleihung im Literaturhaus Hamburg statt. Die Laudatio hielt Katja Lange-Müller, im Anschluss las Annette Pehnt aus ihren Werken.







